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Aktionen in Dörfern, z.B. Tantrimale

Im Jahre 2005 hatten unsere Freunde in Sri Lanka einen Ort im Norden Sri Lankas für meine Geburtstagsfeier ausgesucht - TANTRIMALE.
(ca. 2 Stunden nördlich von Anuradhapura). Hier lebt die Bevölkerung seit Jahren ohne Kontakte zur restlichen Inselwelt. Die Anfahrt ist sehr schwierig gewesen, da die letzten zwei Stunden nur über Lehmwege zu befahren waren.

Tausende Menschen kamen aus vielen verschiedenen Dörfern des Landes zusammen. Sogar von der südlichen Ostküste kam ein buddhistischer Mönch mit 30 Tamilen, für die wir auch ein Tsunami-Projekt durchführten.
Mütter, Väter, Großeltern, Kinder, Lehrer, Mönche fuhren gemeinsam in großen Bussen aus allen Teilen des Landes zum Ziel. Die von der Ost- oder Südküste Kommenden brauchten mehr als 13 Stunden für die Anfahrt.
Endlich - am Nachmittag begegneten sich alle in einem Tempel. Und dann ging es in einer Prozession gemeinsam - mit Blumen in der Hand - einen Berg hinauf. Oben angelangt, erlebten wir einen herrlichen Ausblick über die Weite des Urwaldes ringsherum. Hier legten alle Pilger die Blumen auf den Altar. Sie ließen sich nieder und begannen zu beten. Ca. 60 Mönche waren von überall her gekommen. Sie beteten vor, und das Volk wiederholte die Worte in aller Innigkeit und Konzentration.

Als es zu dämmern begann, setzte sich der lange Pilgerzug wieder in Bewegung. Im Tempel wurde für jeden eine Mahlzeit gereicht. Reis und Gemüse - einfach in Zeitungspapier verpackt.
Nach dem Essen ging es an einen anderen Platz vor dem Tempel. Hier wurde ein ca. 4 Meter hohes Lagerfeuer entzündet. Alle saßen um das Feuer herum und schauten voller Freude auf die Vorführungen, die nun begannen. Die Kinder sangen und tanzten nach ihrem alten Brauch. Reden wurden geschwungen. Bis kurz vor Mitternacht ging diese Zeremonie. Dann war es Zeit schlafen zu gehen. Die Einheimischen lagen alle auf dem Boden. Und wir - aus dem Westen - waren in das Polizei-Gästequartier eingeladen worden. Hier wurde für uns gekocht und wir durften in den Gästezimmern schlafen.
Am frühen Morgen um 6,00 Uhr waren schon wieder alle munter beisammen und es ging erneut auf den hohen Felsen, um der aufgehenden Sonne betend zu begegnen. Dann kam die Stunde der "Weißen Mutter". Jeder kam auf mich zu, umarmte mich und wünschte viel Glück und Segen zum Geburtstag. Die Kinder hatten Glückwunschkarten gemalt, trugen kleine Blumensträußchen in ihren Händen, kleine selbstgebastelte Geschenke wurden überreicht. Ja, so etwas kann man sich nicht vorstellen....