Dürfen wir Ihnen erklären, wie eine Patenschaft abläuft...?

Für eine normale Patenschaft erbitten wir 25,- Euro.
Was wird mit dem Geld gemacht?

Wir, d. h. hauptsächlich unser zuverlässiger Leiter der Sri Lanka-Organisation Lakshmen Mahanama, genannt „Lucky“, und seine Helfer, haben viele Gedanken bewegt, wie diese Patenschaften so verlaufen können, dass es keine Missgunst und Eifersucht untereinander in den  Dörfern geben sollte.
Seit 1980 arbeite ich voller Begeisterung für Sri Lanka. In all’ den Jahren hat es immer wieder von unseren Sri Lanka-Mitarbeitern geheißen: „Gib nichts an Einzelne ab! Bevorzuge niemanden. Das tut dem Gemeinschaftsleben nicht gut!“

Daraufhin haben wir immer nur für ganze Institutionen wie Kinderheime, Altenheime, Behindertenheime, Krankenhäuser und  in den Dörfern für das Gemeinwohl  gesorgt. Wir gaben keine einzelnen Häuser an die Armen ab, sondern bauten ein ganzes Dorf mit Brunnen, Schulen, Tempeln, Sportplätzen usw. neu, wenn es nötig war, und jeder der Dorfbewohner musste seine ganze Arbeitskraft hinzugeben. So haben sich das Dorfleben und die Nachbarschaftshilfe stabilisiert, und wir waren froh damit und hatten ein gutes Gefühl.
Inzwischen ist es vorgekommen, dass einige Paten ihre Patenkinder zuhause besucht haben. Sie waren geschockt von den Lebensumständen und wie die Familie "hausen" musste. Daraufhin spendeten sie finanzielle Mittel um die ärmlichen Hütten auszubauen, zu renovieren oder sogar ein neues Haus zu erbauen.
Und das schöne für uns ist, dass selbst die Nachbaren der betraffenen Familien tatkräftig unterstützen. Alle miteinander konnten gemeinschaftlich zum erfolgreichen Hausbau und dem feierlichen Einzug beitragen.

Wir – ich – als weiße Person – möchte mich gar nicht mitmischend zeigen. Ich bleibe bewusst stets im Hintergrund, gebe nie etwas aus meiner weißen Hand direkt an die Bevölkerung, sondern ich habe in den vielen Jahren gelernt, dass es besser ist, vertrauenswürdigen Einheimischen die Entscheidungen zu überlassen. Und doch – ich werde über jeden noch so kleinen Schritt informiert und nach meiner Meinung befragt. Ich habe viel gelernt, denn wir aus dem Westen denken immer nur von unseren Maßstäben aus. Und da sieht alles anders aus.

Einzelne Kinder unterstützen – aber wie?

Dann kam Lucky mit dem Wunsch, in den ärmsten Familien, die – meist ohne Vater - nicht weiterwussten, ein Kind zu unterstützen. Doch wie.... ???
Ein kluger Vorschlag von unseren wissenden, erfahrenen Sri Lanka-Mitarbeitern, den Priestern in den Tempeln und den Leitern der Dörfer und der Schulen war folgender:

Der größte Teil des Betrages wird an die Familien, bzw. der Mutter des Patenkindes in bar für Nahrung, Kleidung und Schullernmittel ausbezahlt. Ein kleiner Restbetrag wird folgendermaßen eingesetzt:

  • an Lehrer, die Nachhilfeunterricht erteilen für Kinder mittelloser Familien. (siehe weiter unten)
  • für die Koordination und Organisation vor Ort genutzt. Um den Anforderungen von Paten und Patenkindern gerecht zu werden, nehmen unsere Mittarbeiter oft weite Reisen von 2 bis 4 Stunden mit dem Motorad auf sich.  Die Fragen werden bei einem Besuch bei den Familien direkt geklärt. Telefone besitzen nur die wenigsten Familien unserer Patenkinder, meist wird per Post geschrieben oder es werden bei der nächsten Auszahlung der Patengelder, die offen Punkte besprochen. Somit braucht es machmal ein bisschen Zeit, bis Sie von uns Antworten auf die gestellten Fragen erhalten.

Zusätzlicher Schulunterricht

In ganz Sri Lanka gibt es eine große Sorge für die Ärmsten und das sind die Tution-Classes ihrer Kinder! Jedes Kind, ganz gleich wie gut es in der Schule ist und wie leicht es lernt, muss den kostenpflichtigen Nachhilfeunterricht besuchen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

Meist sind die Klassen überfüllt ( 40 – 50 Schüler in einer Klasse sind keine Seltenheit). Wenn dann auch noch mehrere Klassenstufen in einem großen offenen Raum gleichzeitig Unterricht erhalten, gestaltet sich das Lernen und Vermitteln des gesamten Lehrstoffes sehr schwierig. Dies ist auch der Fall, obwohl die Schüler hier disziplinierter und gehorsameren sind als bei uns. Einige Lehrer nutzen diesen Missstand vielleicht auch aus, um zusätzlich etwas dazu zu verdienen.

Community-Halls – Gemeindezentren

Wir arbeiten hauptsächlich in unterentwickelten, ländlichen Gebieten. Die Kinder laufen lange Wege zu ihren Schulen und zurück zu ihren Hütten.

Um Frieden und Gemeinsamkeit in diesen Dörfern zu unterstützen, haben wir aus diversen Spendengeldern inzwischen über 40 „Comunity-Halls“ (Gemeindezentren) – meist mit Kindergärten - in vielen weit abgelegenen Dörfern mit großer Eigenleistung der Bevölkerung gebaut. Hier können Festlichkeiten verschiedenster Art abgehalten werden, wie z.B. Hochzeiten, Beerdigungen, Familien- und Vereinstreffen. In den meisten Gemeindezentren gibt es auch eine Bücherei, in der sich die Kinder die wichtigen Bücher zum Lernen ausleihen können. Die Kleinen kommen hierher zum Vorschulunterricht und werden von ausgebildeten Lehrkräften betreut.

Unterricht und Vorträge

Verschiedenste Themengebiete werden je nach Verfügbarkeit der Lehrer behandelt:
(finanziert durch unseren Verein)

  • Mathematik
  • Physik
  • Englisch
  • Spielen von Musikinstrumenten wie Geigen, Harmonium, Trommeln, Flöte  und anderen traditionellen Instrumenten
  • Chöre / Gesang
  • Traditioneller Tanz
  • Schauspielerei
  • und die damit verbundenen traditionellen und kulturellen Wissensgebiete
  • Schulungen für Mütter und Kinder
    • Gesundheits-, Ernährungs-, Erziehungs-, Umwelt- und Hygienefragen.
    • Lebenshaltung und Selbsthilfe durch das Anpflanzen von Gemüse, Früchten und Kräutern.
    • Soziales Verhalten in der Gemeinschaft
    • Nähuntericht

Das alles hat sich wunderbar entwickelt. Die Kinder kommen in Scharen mit ihren Müttern und wollen lernen und einen guten Schulabschluss erarbeiten.

Hierhin fließt der Restbetrag. Oftmals werden die nötigen Schullernmittel von Lucky gekauft und ausgeteilt, Bücher angeschafft, die Lehrer finanziert... Sie kommen von weither, um gut und gerne ihren Unterricht zu erteilen.

Der Musikunterricht wird auf teilweise durch den Verein erworbenen Instrumenten erteilt. Jedes Kind kann lernen, was es möchte und wohin die Begabung es lenkt. Die Kostüme, die für die Vorführung von  Tanz, Schauspiel und Gesang benötigt werden, werden von den Müttern genäht.  Wir kaufen hierfür die Stoffe und Materialien. 

So wird das Dorfleben in der Gemeinsamkeit unterstützt und die Eltern zeigen ihre Freude, Stolz  und Zufriedenheit, wenn sie ihre Kinder auf der Bühne bewundern können. Auch sind sie voller Dankbarkeit, wenn durch die wertvolle Unterstützung die schulischen Leistungen und somit auch die Schulzeugnisse der Kinder sich stark verbessert haben.

Kraft, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Den Kindern bringt es Kraft, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, wenn sie in dieser Gemeinschaft leben und lernen dürfen.

Die von uns gebauten Häuser und Hallen, Geräte und Werkzeuge für Ausbildungen, z. B. Schreinereien, Kfz-Mechaniker-Schulen, Nähmaschinen, Computer und Drucker mit Tischen und Stühlen, usw. bezahlen wir von diversen Spenden, nicht von den Patengeldern. Auch spezielle Operationen (Loch im Herzen der Kinder), Untersuchungen und Medikamente, künstliche Gliedmaße, Rollstühle, Hörgeräte und vieles Andere mehr für minderbemittelte Familien zahlen wir aus anderen Spendengeldern.

Alle Patenkinder sind verpflichtet, ein Sparkonto anzulegen, um monatlich je nach Möglichkeit etwas als Sicherheit einzuzahlen. HIerduch möchten wir sie lehren mit Geld umzugehen.

Persönlicher Kontakt

Es gibt nichts Schöneres für uns aktiv Beteiligten, als diese Kinder alle wachsen und sich entwickeln zu sehen! So ergeht es auch jedem Spender, der die Kinder während eines Sri Lanka-Aufenthaltes besuchen möchte. Meist geschieht das so, dass durch eine Ayurveda-Kur in unserem wunderschönen Ayurveda-Kurzentrum „Spring of Life“ die Möglichkeit besteht, an den behandlungsfreien Sonntagen eine solche Begegnung zu erleben. 

Oftmals kommen die Fragen von den Paten: „Kann ich meinem Patenkind etwas schenken? Es ist Weihnachten..., oder es hat Geburtstag.... usw.“
Meist organisieren wir es so, dass Lucky die Geschenke drüben in Sri Lanka kauft. Er kennt alle Kinder und ihre Größen, ihre Bedürfnisse und Wünsche. Durch die niedrigen Preise vor Ort kann mit dem Betrag in gleicher Höhe mehr gekauft werden.
Dazu kommt noch, dass die Einfachheit auch in den Geschenken wichtig ist damit Missgunst, Eifersucht und Neid nicht aufkeimen und die Beschenkten nicht auffallen.

Wer an sein Patenkind schreiben will,
kann die Briefe gern in englischer Sprache an Lucky direkt senden:
 
Foundation for Peace and Love
Lucky Mahanama,  57A, Gangaboda Road, Wewala, Piliyandala, Colombo, Sri Lanka
Email: geraldineweiman(at)gmail.com

Ansonsten können Sie die in Deutsch geschriebenen Briefe an unsere Anschrift in Deutschland senden:

Ursula Beier - Sri Lanka Hilfe e.V.
Langschwander Weg 3, 87477 Sulzberg-Moosbach
Email: info(at)ursula-beier.de

Wir übersetzen dann die Texte und geben sie an unsere Mitarbeiter in Sri Lanka weiter, damit diese wiederum alles ins Singhalesische übersetzen können.

Was die Kinder ganz besonders lieben: Sie möchten ein Familienfoto von ihren Paten in ihrem einfachen Zuhause  aufhängen oder auf den kleinen Hausaltar stellen können, um für ihre so wichtigen, geliebten Helfer zu beten. Wir vermitteln gern, was einer gesunden Verbindung dienlich ist.